Schlagwort-Archiv: Syrien

„Ich bin jetzt in einem großen Gefängnis“

Das sind die Blumen, die R. F. seiner Frau zum Valentinstag schenken möchte.

Diesen Text hat uns R.F. geschickt. Er kann es nicht riskieren, ein Foto von sich oder seiner Familie zu veröffentlichen oder uns seinen Namen zu sagen,  denn seine Familie ist noch in Syrien. Er schreibt: „Sie können sich nicht vorstellen was der Geheimdienst und die Leute, die mit ihm arbeiten machen können, meine Familie hat mehr als genug Probleme.

Ich hatte ein Kinderkleidungsgeschäft in Syrien. Ich hatte mit meiner Familie ein ruhiges Leben, allerdings wurde ich unterdrückt vom Regime,weil ich kein Anhänger der Regierungspartei bin. Deswegen hatte ich weniger Rechte und Möglichkeiten und wurde immer diskriminiert. Weiterlesen

1000 im Monat sind keine Lösung!

1000 im Monat sind keine Lösung! Offener Brief von Geflüchteten mit subsidiärem Schutz an die Bundestagsabgeordneten der CDU/CSU und der SPD

Sehr geehrte Bundestagsabgeordnete,
Sehr geehrte Damen und Herren,

aus der Presse wissen wir, dass in den Koalitionsverhandlungen vereinbart wurde, den Familiennachzug für unsere Familien weiter auszusetzen und erst ab 31.Juli 2018 und nur 1000 Personen monatlich einreisen zu lassen. Das soll nun wahrscheinlich am Donnerstag abgestimmt werden.

Als Abgeordnete sind Sie nur Ihrem Gewissen und dem Grundgesetz verpflichtet, nicht parteipolitischen Interessen. Deshalb appellieren wir an Sie: Stimmen Sie gegen eine weitere Aussetzung des Familiennachzug!

Die CDU/CSU Abgeordneten möchten wir an das erinnern, was Norbert Blüm sagt: „Es widerspricht den Grundüberzeugungen der christlichen Soziallehre, den Familiennachzug für wie viele Flüchtlinge auch immer zu verbieten„.

Die Abgeordneten der SPD möchten wir daran erinnern, dass 2016 die CDU/CSU diese Gesetz gegen die Meinung vieler SPD-Abgeordneter durchgesetzt hat. Deshalb appellieren wir an Sie: Stimmen Sie jetzt gegen eine weitere Aussetzung des Familiennachzug!

Im Integrationskurs haben wir gelernt, dass Deutschland ein Rechtsstaat ist. Dann muss man sich doch auf Informationen deutscher Behörden verlassen können, oder?
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat alle Geflüchteten mit subsidiärem Schutz in den Briefen, mit denen die Bescheide zugeschickt wurden, darüber informiert, dass sie ab dem 16. März 2018 einen Anspruch auf Familiennachzug haben. Weiterlesen

Wo ist mein Vater?

Das ist mein Sohn, er lebt in Syrien. Ich lebe seit 2 Jahren und 4 Monaten in Deutschland. Ich wohne alleine in Solingen.

Meine Frau, meine Kinder und ich denken immer: wann können wir endlich wieder alle zusammen leben? Wir sind immer traurig. Mein Sohn ist krank er hat Asthma und jetzt gibt in Syrien keine gute medizinische Versorgung. Mein Sohn hat zu viel Husten und ist immer sehr erschöpft und er ist immer traurig.Er fragt immer: Wo ist mein Vater? Und meine Tochter weint auch immer, sie vermisst immer ihren Vater. Selbst im Traum schreit sie „Baba“. Der psychische Zustand von allen ist schlecht: Auch meine Frau ist immer traurig und weint nach mir. Und sie leben in sehr schlechten Umständen. Es gibt kein gesundes Wasser Es gibt keine Heizung… Und ich bin hier in Deutschland und immer denke ich an meine Familie. Ich kann nicht gut schlafen, ich schlafe jeden Tag nur zwei Stunden wirklich. Ich habe auch Asthma und huste zu viel und ich bin alleine. Das ist viel zu schwer für mich, ich weine immer.
Ali Bouzan, Solingen